Unternehmervollmacht

Eine sogenannte Unternehmervollmacht soll die Fortführung eines Unternehmens sichern, wenn der Unternehmer ausfällt: Zahlreiche mitten im Leben stehende Unternehmer ignorieren, dass auch sie durch Krankheit oder Unfall längerfristig ausfallen können, gegebenenfalls die Geschäftsfähigkeit verlieren. Zwingend durch eine Unternehmervollmacht regelungsbedürftig sind die Fälle, in denen der Unternehmer als alleiniger Firmeninhaber oder Gesellschafter-Geschäftsführer ausfällt. Die üblichen Muster für Generalvollmachten sind meist ausschließlich auf die Bedürfnisse des privaten Lebensbereiches zugeschnitten und genügen nicht den Anforderungen des Handels- und Gesellschaftsrechtes. So kann (und sollte) z.B. der GmbH-Alleingesellschafter einer Vertrauensperson Stimmrechtsvollmacht erteilen, sich im Krisenfall auch selbst zum Geschäftsführer zu bestellen. Das mögliche Szenario – Einsetzung eines fremden Dritten als Betreuer durch das Vormundschaftsgericht – sollte in jedem Fall durch entsprechende vorsorgende Unternehmervollmachten vermieden werden.

Dieser kurze Beitrag kann nur einen kleinen Einblick in die Komplexität der Thematik der Nachfolgeplanung im unternehmerischen Bereich geben, da stets berücksichtigt werden muss, dass der Unternehmer neben seinem Betriebsvermögen in der Regel über weitere Vermögenswerte, wie z.B. das selbst genutzte Einfamilienhaus, das vermietete Mehrfamilienhaus, Bankguthaben, etc. verfügt. Auch diese Vermögenswerte müssen bei der Nachfolgeplanung berücksichtigt und letztendlich in die Gestaltung einer letztwilligen Verfügung eingebunden werden.

Empfehlung:

Auch bestehende letztwillige Verfügungen, Unternehmertestamente und Unternehmervollmachten sollten auf ihre Aktualität überprüft werden. Liegt keine Nachfolgeplanung mit letztwilliger Verfügung vor, so ist in jedem Fall – unabhängig davon, ob und wie der Gesetzgeber auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 17.12.2014 reagiert – Handlungsbedarf gegeben.